Interview

"Karate hat nichts mit Gewalt zu tun"

Florian Kuhn aus der Klasse 8a der Realschule Neuffen führte ein Gespräch mit Siegfried Schmidt, der den 2. Dan Shotokan Karate und den ersten Meistergrad im Kickboxen innehat. Schmidt unterrichtet an der Schule für Budokünste in Frickenhausen.

Karateschule Frickenhausen

Herr Schmidt können Sie uns etwas zur Geschichte des Karate sagen?
Hervorgegangen aus verschiedenen unterschiedlichen Formen des chinesischen Boxens – Chun-fa, Tai-chi, Kempo, Kung-fu – entstand auch das rein japanische Karate vor vielen Jahren, zu einer Zeit, als das Tragen von Waffen dem normalen Volk verboten war.

Wie entwickelte sich die Karatekunst weiter?
Mit unzähligen, lange geheim gehaltenen Techniken versuchte man sich und seine Familie ohne Waffen zu verteidigen und entwickelte dabei im Laufe von vielen Jahren die verschiedensten Systeme.

Wer war der Begründer des Ur-Karates?
Als legendärer Vater des Karate gilt Bodhidharama, 28. Nachfolger von Buddha, der als Zen-Patriarch und buddhistischer Mönch etwa in der Zeit zwischen 520 und 535 nach Christi Geburt im chinesischen Kloster Shaolin die Urform des Karate schuf. Danach entwickelten sich im Laufe von vielen Jahren unzählige Faustkampf- Systeme, die sich in den vier großen Karate-Stilrichtungen Shotokan, Shito-ryu, Goju-ryu und Wado-ryu konzentrierten.

Seit wann wird das Karate-Do praktiziert?
Als Begründer des modernen Karate wird Gichin Funakoshi angesehen, der dem Karate ein ethisch-philosophisches Weltbild gab. Oberstes Gebot ist nicht der Sieg oder die Niederlage, sondern die Vervollkommnung des eigenen Charakters.

Herr Schmidt, Sie arbeiten gerne mit Kindern und Jugendlichen, was möchten Sie ihnen vermitteln?
Die Schüler sollen frühzeitig die Bereitschaft zu Disziplin und gegenseitiger Rücksichtnahme lernen. Das Training schult nicht nur den Körper, sondern auch Geist und Willensstärke. Die Kinder steigern ihre körperliche Leistungsfähigkeit, trainieren Konzentration und Selbstbeherrschung.

Kommen denn nicht viele Kinder mit falschen Vorstellungen, inspiriert durch Filme und Videogames, zum Karate?
Karate, wie es in unserer Schule gelehrt wird, hat nichts mit Gewalt und nur bedingt mit Sport zu tun. Karate ist eine Kampfkunst, es wird nicht nur der sportliche Aspekt, sondern bewusst der philosophische Weg und die Tradition des Karate vermittelt.

Wann fingen Sie mit Karate an?
Am 28. April 1987 begann ich mit dem Shotokan-Karate in Grafenberg bei Sensei Bühler.

Seit wann unterrichten Sie und wann wurden Sie Meister?
Ungefähr seit 1990. Meister bin ich seit dem 1. Dan, dem schwarzen Gürtel. Das war im November 1992.

Betreiben Sie noch andere Kampfsportarten oder Budokünste?
Ja, ich betreibe noch Kickboxen, Escrima, Bo und Jiu-Jitsu.

Seit wann gibt es die Schule für Budokünste?
Seit dem Oktober 1998. Seit Januar 2004 befinden sich die Räumlichkeiten in Frickenhausen.

Wer ist ihr Großmeister?
Heinz Köhnen, 9. Dan.

Wie hoch ist die Verletzungsgefahr und wie kann man sich sinnvoll vor Verletzungen schützen?
Normal ist die Verletzungsgefahr sehr gering. Schützen kann man sich durch das Tragen von Faustschutz, Tiefschutz, Zahnschutz. In den Wettkämpfen sind zum Teil noch weitere Schutzmöglichkeiten vorgeschrieben.

Wie kann man sich den Karateunterricht vorstellen?
Er ist vielseitig und beinhaltet unter anderem die Vorbereitung auf die nächsthöhere Gürtelstufe, Turniervorbereitung, Kampfunterricht, theoretischer Unterricht, wirkungsvolle Selbstverteidigung, Körper- und Bewegungslehre, geistiges und mentales Training und natürliche körperliche Fitness. Die Begeisterung bei den Kindern für den Karateunterricht spiegelt sich in Turniererfolgen. So konnten sich schon mehrere Schüler in Wettkämpfen Pokale sichern.

Bild oben : Siegfried Schmidt (ganz links) mit Karateschülern bei einem Turnier

Bericht: sis

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letztes Update 06.06.2018

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